Kursberichte und Erfahungen

MotionClick Winterakademie 2017

Anfang Dezember 2017 hatte ich die Möglichkeit ein Gold-Ticket für die Winterakademie von MotionClick zu ergattern.

2 Tage ganz im Sinne der positiven Verstärkung durch Klickertraining.

Nach rund einer Stunde fahrt konnte ich den Kursort gut erreichen. Dort wurde ich herzlich begrüßt und zum Reiterstübchen gelotst. Dieses war zum Glück mit einer kleinen Heizung kuschelig warm beheizt. (Was Anfang Dezember wirklich Luxus war) Sylvia begrüßte jeden herzlich und stellte sich auch persönlich jedem noch einmal vor.

Das Reiterstübchen war herzig hergerichtet, da Sylvia für Knabbereien, Getränke und kuschelige Decken gesorgt hatte.

Im Gold-Ticket enthalten waren natürlich beide Klicker-Tage, ein Motionclick-Klicker, ein Trainingstagebuch (das leider zum Zeitpunkt des Kurses nicht lieferbar war und noch nach geschickt wird), das Script zum Kurs inkl. Seminar-Zertifikat und gleich zwei Gutscheine für ihren online Webinarbereich. (Eins für uns und eins zum weiter geben)

Alles liebevoll verpackt in einer farblich zu den Decken passenden grünen Mappe, handschriftlich mit Namen versehen.

Sylvia begrüßte zu beginn auch noch einmal die gesamte Gruppe und gab einen kurzen Überblick was nun in den zwei Tagen auf uns zukommen würde. Danach startete eine kleine Vorstellungsrunde bei der jeder erzählen konnte: Wer? Was? Wie? In der Gruppe waren alle Sparten vertreten. Anfänger und alte Hasen 😉

(Ich selbst habe ja schon lange Erfahrungen mit dem Klicker sammeln können und habe sehr viel vom Kurs erwartet mitzunehmen. )

Am ersten Tag wurde fast ausschließlich demonstriert und veranschaulicht. So wurde der Tag dick eingekuschelt in Wolldecken in der Reithalle verbracht und wir schauten Sylvia bei ihrer Arbeit mit den Gast-Pferden zu. Es waren Anfänger-Pferde sowie alte Hasen vertreten, so wie bei den Menschen eben auch. 😉

Dabei versuchte sie stets so zu stehen, dass wirklich jeder alles wichtige sehen konnte. Sie achtete genau auf die Pferde und erklärte genau was sie wie warum macht.

Sie arbeitete mit den Pferden nach deren Stand und versucht nichts auf Teufel komm raus zu „erzwingen“. Sie gab den Pferden genug Verschnaufpausen und überforderte keines von ihnen.

Der Tag in der Halle neigte sich nach jeweils zwei Einheiten pro Pferd dem Ende zu und auch die schläfrige Mittagszeit wurde überstanden. Zum Abschluss des Tages wurde ein Spiel gespielt. Je zwei Teilnehmer (einer Trainer und einer Pferd) sollten sich zusammen tun und sich gegenseitig klickern. Dabei hatten wir die seltsamsten Aufgabenstellungen. (Handy einmal umdrehen wenn der linke Arm gehoben wird. Pylone mit der rechten Hand berühren wenn man sich ans linke Ohr fast. Stifte in einen Becher stellen auf Finger zeig. Und und und )

Reden durfte natürlich niemand. Das einzige akustische Signal war der Klick als positive Rückmeldung. Sehr interessant. Nach Beendigung wurde nicht aufgelöst, sondern die „Pferde“ sollten danach aus ihrer Sicht der Gruppe schildern was genau sie denn gelernt hätten und wie sie sich dabei gefühlt haben. Gerade diese Sicht war äußerst interessant, da man seinem „Pferd“ ja nicht sagen konnte was genau es lernen sollte. So kamen teilweise sehr unklare und unsichere Antworten von den „Pferden“. 😀

So endete der erste Tag und alle fuhren mit Brummschädeln nach Hause.

Tag zwei konnte ganz im warmen Reiterstübchen verbracht werden. Wir resümierten den vergangen Tag und klärten noch einige Fragen die über Nacht aufkamen.

Sylvia startete ihre Powerpoint. Da jeder ein Script vor sich hatte spielte diese aber eine eher „untergeordnete“ Roll, ergänzte und veranschaulichte aber ihre Worte in perfekter Weise. Viele Bilder und lustige, auffrischende Memes lockerten den Vortrag auf und sorgten für den ein oder anderen Schmunzler. Im Vortrag ging sie auf den Hintergrund des Lernen und Erlernen von Zusammenhängen genau ein. Dabei wurde sie zu jedem Thema sehr ausführlich und zeigte Beispiele in Form von vorher ausgewählten Videos. Pawlow (der mit den Hunden), Thorndike (der mit den Katzen),die fantastischen Vier (Positive Verstärkung, negative Verstärkung, positive Strafe und negative Strafe) und selbst das ABC (Antecedent/Behavior/Consequence) wurden neu aufgerollt und auf das Training mit positiver Verstärkung mit schönen Beispielen angewandt.

Es wurde sehr schön auf die vielen Möglichkeiten wie Targettraining, Desensibilisierung, Gewöhnung, Löschung, Wahl des richtigen Markersignals, Signalsensibilität und -sensitivität, aber auch Fehler und etliches mehr eingegangen.

Ich bin wirklich froh das Script zu haben um alles, so nun auch jetzt, noch einmal durch zu gehen.

Nach einer Stunde Überzug endete auch der zweite Tag und wir räumten gemeinsam das Reiterstübchen auf. Nach und nach wurden es dann immer weniger, bis dann auch Sylvia ihr Auto gepackt hatte und den Heimweg antrat.

Der Kurs hat mir wirklich gut gefallen, auch wenn es nicht zu 100% das war was ich persönlich erwartet habe. Als Neueinsteiger in diese Thematik findet man sich im Kurs sehr gut aufgehoben und gut abgeholt. Als Fortgeschrittener kann man jedoch auch viel über den Hintergrund und Lerntheorie mitnehmen.

Alles in Allem also auf jeden Fall auch für Normalo-Reiter eine absolute Bereicherung und lohnenswert.

Die nächste Winterakademie kommt bestimmt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.